Each bed in the Schlaflabor (laboratory of sleep) was dedicated to a night-shift worker we had met in the vacinity of the venue. A policeman, a kebab seller, a fireman, a DJ, a film courier, a night watchman, a hotel porter, paramedic, taxi driver, a courier and the street cleaning department.

Guests/Sleepers recieved the keys to a locker in which they would find a pair of slippers, a small provocation and a goodnight story that had been created in response to the interviews we had conducted with the night-shift workers. Here are some of those stories (in German).

Achim Staudenmaier (Policeman)

Das Publikum wandelt, die Nacht pulsiert.
Man sollte soviel dabei haben das man es nicht mehr tragen kann: die Taschenlampe als Lebensversicherung, die Reste vom Tagesgeschehen, einen Ladendiebstahl, Alarmanlagen je nach Wetterlage, eine liegengelassene Handtasche, Einbrüche, Großbrand, eine entgleisste Stadtbahn, Gefangene auf dem Fahrrad oder andere subversive Elemente, braun, grün, gelb, braun, grün, wie man es kombiniert, ein Paket oder einen Koffer, in dem eine Bombe sein könnte, die Zeit läuft schnell, Stammgäste, 150 bis 200 € inklusive Frühstück, man könnte im Maritim Hotel übernachten, Schlägereien, die Entschuldigungen am nächsten Tag. Gegen die Morgenstunden läuft es aus, die Straßenreinigung fängt  an durchzugehen und die Stadt kommt zur Ruhe, steht sauber und rein wieder da und wartet auf den nächsten Tag. Alles will man nicht oder kann man nicht mit nach Hause nehmen und hängt es mit der Uniform in den Schrank.

Ahmet Ögretmen (Kebab seller)

Hier zu arbeiten macht Spaß. Ein Dönerladen mit Stimmung. Nach 24 Uhr kann man hier nach der Disco weiter tanzen.  Die Kunden lachen, sind freundlich und es schmeckt ihnen. Auf den Teig kommt es an, der immer wieder frisch hergestellt wird. Deswegen ist hier vor allem Pizza die Spezialität. Gelernt hat der Chef sein Handwerk in einer Bäckerei in der Türkei. Mit kurdischer Volksmusik lockt er das Publikum rund um den Rotebühlplatz.
Die Motivation für soviel Nachtaktivität bekommt er von seiner Frau und seinem acht Monate alten Sohn. Und schließlich muss die Miete ja auch bezahlt werden.

Andreas Lorenzen (Fireman)

Eine kleine Oase über der Stadt. Hier ruht man, man schläft nicht. Wie die Schildkröten im Teich oder die Wildenten, von denen einige die ersten Flugversuche vom Dach nicht überlebten und man den Rest an den Bärensee übersiedeln musste. Es ist wie eine große Familie, Maler, Schreiner, KFZ- Mechaniker, Elektriker und Metzger. Am Wochenende kocht man gemeinsam oder spielt Fußball, auch hier die Nummer 1 unter den Sportarten. Manchmal werden Kleinigkeiten unter dem Kopfkissen versteckt.
Bis der Alarm kommt. Dann ist man in 10 Sekunden einsatzbereit, die Hose über die  Stiefel gestülpt, man muss nur noch reinschlüpfen. Die rot- orangen Fahrzeuge warten gebannt in der Fahrzeughalle auf ihren Einsatz. Der kleine Drucker verrät wohin es dieses Mal geht. Das linke Pedal fürs Martinshorn, daneben ein Pedal für die Pumpe, das nur selten benötigt wird. Man folgt dem kleinsten Fahrzeug, obwohl jeder einzelne die umliegenden Strassen wie ein Taxifahrer beherrscht.
Wahrscheinlich ist es nur wieder eine automatische Alarmanlage im Theater.

DJ Winson

Es gibt sozusagen eine Deal zwischen mir und euch bevor ich anfange zu spielen. Wenn ihr Bock habt, kann es wirklich viel Spaß machen. Man hat keine Zeit müde zu werden. Alle 3 Minuten eine neue Platte. Wenn ihr aufgeheizt seid –fange ich an loszulegen. “Hang me from the heavens” von The Dead Weather, ein komplizierter Song auf den man nicht tanzen kann, der mich aber in Partystimmung bringt. Tanze ich halt alleine hinter meinem Pult. Ab 2.30 gibt es  Gintonic, wirkt schnell und macht nicht müde, bis 6 oder halb 7.
Dann steige ich in den ersten Zug zurück nach Berlin und schlafe so tief, dass der Schaffner es nicht schafft mich zu wecken.

Herr Baumgartner (Cinema film courier)

Sehr geehrter Herr Baumgartner,
Wir haben uns bereits einmal getroffen. In einer Mittwochnacht, vor dem Atelier am Bollwerk in Stuttgart. Sie trugen ein schwarzes T-Shirt und eine blaue Jeans. Sie hatten es sehr eilig und waren auch gleich wieder mit ihrem schwarzen Transporter verschwunden. Durch Nachforschungen konnten wir Ihren Namen und von ihrem starken bayerischen Dialekt erfahren. In den darauffolgenden Mittwochnächten waren wir wieder da, leider haben wir Sie nie wieder getroffen und die Telefonnummer, die wir ausfindig machen konnten, hat uns nicht an Sie weitergeleitet.
Eines Tages werden wir uns über den Weg laufen.

Herr Sacher (Nightwatch)

Sie schauen mit zwei Augen in den Wald und 1000 Augen schauen Sie an. Sie gehen zwei Stunden vor der Dämmerung in den Wald und verlassen ihn zwei Stunden vor Sonnenaufgang. Die erste Runde dauert von 23 bis 2 Uhr. Am besten bei Vollmond wegen der Helligkeit. 13 Tage lang. Wir haben Leute, die haben gedacht Sie könnten übernachten. Für jede Stunde gibt es eine Karte. Um vier Uhr früh kommen die Zeitungen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Füchse , Hasen, Kaninchen, Dammwild. Wenn es eine dicke Granate ist, ist jeder tot.

Holger Heinz (Hotel porter)

Hinter der verspiegelten Theke erwartet uns ein strahlendes Gesicht und ein Glas gefüllt mit blau-weißen Bonbons. In den letzten 22 Jahren hat sich kaum was verändert. Die ungewöhnliche Arbeitszeit hat bereits seinen festen Platz in einem Familienleben gefunden. Nur die Umgewöhnungszeit nach Urlauben ist schwierig zu bewältigen und am besten mit Büchern von Andreas Franz zu überbrücken. Das Personal ist weitgehend gleichgeblieben, der Barkeeper ist sogar schon einige Jahre länger im Hotel. Die Übernachtungsgäste sind sehr unterschiedlich von Geschäftsleuten bis hin zu Künstlern vom Treffpunkt Rotebühl. Es passieren hier immer wieder neue Dinge, von denen man selbst nach so langen Berufsjahren immer wieder überrascht wird. Das hier sehr viel los ist, können wir nur bestätigen und warum der Ort früher Affenwerner genannt wurde wissen wir jetzt auch.

Ralph Schuster (Paramedic)

Die Stadt hat nachts ein ganz anderes Gesicht als bei Tag. Sei es von den Menschen die sich in der Nacht bewegen oder von den Einsätzen, die Sie nachts haben. Keine Herz –Kreislaufgeschichten, weniger Betriebsunfälle dafür Alkohol, Schlägereien, Junkies.
Die Stadt sieht auch anders aus bei Nacht als bei Tag. Man kann die Hausnummern nicht mehr so gut lesen. Ortskundeprüfung, da gehört die Stadt kennen dazu. Das Navigationssystem führt einen nicht mit Blaulicht verkehrt herum in die Einbahnstrassen.
Der Reiz ist nicht zu wissen was nächste Minute passieren kann. Stuttgart ist gut vorbereitet. Bei einer größeren Schadenslage, 13 Personen Einsatzleiterdienst.
Morgens um 7 in den Feiermorgen gehen und in aller Ruhe frühstücken.

S-GA-766 (Taxi driver)

Wir versuchen Gesichter hinter den dunklen Scheiben zu erkennen. Schließlich wird eines der Fenster runtergekurbelt und tatsächlich lächelt uns das Gesicht eines Mannes entgegen. Doch bevor wir einen Laut von uns geben können setzt sich alles in Bewegung und das geöffnete Fenster fährt an uns vorüber. Das Spiel wiederholt sich einige Male, bis die Kolonne zum Stillstand kommt. Wir ergreifen die Chance mit einem der Gesichter hinter der Scheibe zu sprechen. Die Stichworte die ich in mein Buch notieren kann sind: Viet Vo Dao Sportschule= Leidenschaft, vor dem Training viel Wasser, Nachts weniger Stau und lauter Verrückte. Bewegung hält fit ist das Motto und mit den Worten bin gleich wieder da fängt die Kolonne wieder an zu rollen.
Wir wartet vergebens auf das Taxi mit dem Kennzeichen: S-GA-766.

Sascha Öztürk (Courier)

Von elf bis halb drei. Vorher  immer gut Essen und währenddessen Take Off zum Wachbleiben. Man ist alleine unterwegs, wie sonst der Schwager auch. In Ausnahmefällen zu dritt. Nachts gibt es mehr Geld. Und man hat noch das Radio. Der große Schlüsselbund verleiht einem Zutritt zu vielen Apotheken und Drogerien und das bedeutet natürlich eine Menge Vertrauen. Die  druckfrischen Zeitungen wollen schnellstens gelesen werden und auf die Urlaubsfotos warten sehnsüchtig die Fotografen.

The Abfall Wirtschaft Stuttgart (Street cleaning department)

Lost on the back of a pizza box!

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